Cubo Luce Notte

Den »Cubo Luce Notte« reparieren

Im Jahr 1969 haben in Mailand zwei Designer, Franco Bettonica und Mario Melocchi, das Unternehmen »Cini@Nils« gegründet. 1972 entstand nach einer Idee von Franco Bettonica der »Cubo Luce Notte« (Nachtlichtwürfel). Er ist vielfach prämiert und steht im Museum für Moderne Kunst in New York (MoMa). Die ersten waren schwarz und hatten innen einen weißen Deckel, jetzt ist die spiegelnde Deckelinnenfläche silbrig, und den geschlossen 10 × 10 × 11 (hoch) Zentimeter großen »Würfel« gibts in vielen Farben.
  Ideal sind runde, milchige, bis zu 40-Watt-Glühlampen E14/R50. E14 ist die kleine Schraubfassung, R heißt wohl rund. Es gehen aber auch Kerzenlampen hinein, die am Deckel unschön anstoßen.
Energiesparlampen reduzieren die Hitze, wenn sie hineinpassen.

Zum Öffnen des Cubo zieht man den Netzstecker und löst mit zwei flachen Schraubenziehern (notfalls einem, hintereinander) die Riegel am Boden gegenüber der Zuleitung, hier rechts im Bild:

Die Deckelbefestigung
  Im Gehäuse bewegt sich der Deckel durch zwei federnde Stifte aus Plastik als Scharnier rechts und links. Das weiße Plastikteil mit den Stiften (nächstes Bild oben) hat in der Mitte einen kleinen Nocken für das Ein- und Ausschalten. Das Teil, rechts und links federnd und deshalb S-förmig barock geformt, ist schwer nachzubauen. Mir hat Cini und Nils in der Not
einfach zwei geschickt, dankeschön nocheinmal!

Dazwischen ist noch eine Metallfeder.

Reparatur des Gehäuses
  Fummelt man zu lange mit den Scharnierstiften herum oder zieht unwirsch am Deckel, so reißen mit der Zeit die Löcher im Gehäuse oben aus. Der Deckel hält dann nicht mehr.

Ich habe mir mit einem U-förmigen Stück Blumendraht geholfen, das ich erst über einer Kerze ein wenig heiß machte und dann mit dem Lötkolben gerade hineindrückte und -schmolz. Hier (bis auf den Lötkolben) was man dazu braucht:

Zum Schluss sieht die Sache vielleicht so aus:

Nicht schön, aber funktionierend. Außerdem sieht man den Draht später nicht mehr, unter dem Deckel.

Reparatur des federnden Palstikteils oder:
Wenn der Deckel immer von selbst zuklappt.

  Nach einiger Zeit wird der Deckel immer leichtgängiger, klappriger, und fällt zuletzt ganz von selbst zu. Außerdem geht er leicht ab. Das kann an der Länge und der Federkraft des Plastikteils (mit den S-Federn) liegen.
  Der Plastikriegel mit den Stiften rechts und links sollte einem nicht brechen. Dann hilft wohl nur der entsprechende Ersatzteil von Cini & Nils.
  Hat die Federwirkung nachgelassen, und ist der Riegel deshalb zu kurz geworden, dann stehen seitlich die Stifte nicht genügend heraus und halten nicht im Lampengehäuse. Man kann den Riegel wieder länger bekommen, wenn man die beiden S-Stellen nacheinander über einer brennenden Kerze etwas erhitzt und zugleich den Riegel mit einer Zange sanft in die Länge zieht.
  Zwischen Deckel und Gehäuse passt ein Schraubenzieher nur schlecht hinein. Zum festen Einschieben der Angeln, der seitlichen, weißen Stifte, kann man vor dem Aufsetzen des Deckels eine Nähfadenschleife in das S des Plastikteils hängen. Zum Justieren zieht man dann an der Fadenschlinge. Passt alles, zieht man den Faden wieder heraus.

Cubo Luce Notte mit Faden

Reparatur des Schalters
  Der elektrische Schalter hat sich im Lauf der Zeit gewandelt. Immer aber bewegt ein kleiner Nocken der Deckelbefestigung einen langen, elastischen Hebel hinten zwischen Innen- und Außengehäuse. Dieser wiederum löst den eigentlichen (hier nicht gezeigten), am Innengehäuse befestigten Schalter aus.
  Als mir – es handelt sich um Zeiträume von 30 Jahren und mehr, gell! – der Schaltstreifen kaputt ging, habe ich ihn einfach durch ein Stück Plastik von einem Joghurtbecher ersetzt, später zur besseren Federung einen Metallstift dazu. Wichtig ist, dass der Streifen oben von der Nocke bewegt (geschwenkt) wird und elastisch aber nicht zu dick ist (sonst ist die Gehäuseaussparung bei der Nocke zu eng). Diese Konstruktion funktioniert wirklich:

Die Tesafilmstreifen halten Hebel und Feder (beide hausgemacht) gegen das Gehäuse gedrückt. Bewegt man den Deckel (hier weiß und halb geöffnet), so kommt die Feder nach vorn und schaltet das Licht ein. Da all das hinter Plastik liegt, der andere Pol ganz wo anders verläuft, halte ich das persönlich für eher ungefährlich – schließe aber hiermit jede Haftung aus. Bitte auf jeden Fall gut testen und beobachten. Besonders wenn die Lampe bei geschlossenem Deckel angeht, kann die Geschichte zu heiß werden für die Plastikumwelt ...

Doch genug – wenn das nicht hilft, kann man mich ruhig anschreiben, und überhaupt: Fritz@Joern.De.

Juli 2006
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