Leseprobe:

Handy und PC gemeinsam nutzen
 
©Fritz Jörn 2001

Inhaltsverzeichnis
   Ungebunden kommunizieren – Vorwort-Gedanken
1 Drei Verbindungsmöglichkeiten
   1.1 Die richtige Verbindung – Kabel oder kein Kabel?
   1.2 Kabel zwischen Handy und PC
   1.3 Der serielle Anschluss
   1.4 USB-Anschluss
   1.5 Andere Verbindungen
   1.6 Der Com-Port, ein Hafen der Kommunikation
   1.7 Infrarot kabellos verbunden
   1.8 Der »rote« PC – Infrarot am PC einrichten
   1.9 Ein Einschub: Infrarotinstallation
   Das PC-ferngesteuerte Handy
2 Gute Verbindungen nutzen
   2.1 Software zur Handy-PC-Verbindung
   2.2 Start aus der Pole-Positiom – es geht los!
   2.3 SMS: Kurzmitteilungen vom PC über das Handy senden
   2.4 Bildchen von zweierlei Art
   2.5 Klingeltöne komponieren und schicken
   2.6 Über-SMS: EMS, MMS und E-Mail
   2.7 Imei: die Seriennummer des Handys und anderes
   2.8 Handy-Telefonnummern im PC verwalten
   2.9 Bevorzugte Roamingnetze – wo sind die?
   2.10 Dem Handy »Profil« geben
   2.11 Rufumleitungen einstellen
   2.12 Terminkalender
   2.13 Weitere Einstellungen, OTAs
   2.14 »Besondere« Machinationen am Handy
3 Nokia mit seiner »blauen« Software – Bluetooth und mehr
   3.1 Nokias »Connectivity Pack«-Software
   3.2 Mit Bluetooth-Funk Geräte kabellos verbinden
4 Ab ins Internet und andere Schmankerl
   4.1 Das Handy als Modem – Internet, E-Mail und Fax
   4.2 Die Modem-Installation, bequem oder händisch
   4.3 GPRS, HSCSD und UMTS
   4.4 Separate Chipkartenleser
   4.5 Handy und Organizer – Palm, Psion und Co.
Anhang
   Glossar
   Webseite mit weiteren Tipps und Kommentaren
   Historische Daten zu Telefon und Informationstechnik
   

Carla (* 17. 8. 2001) gewidmet und meinem Schmetterlings-Thinkpad (* 1996, inzwischen auf Pentium-Power aufgebohrt), die mich beide brav meine Arbeit machen ließen.


Ungebunden kommunizieren – Vorwort-Gedanken
   »Kommunikation«, das macht ja den Menschen aus, seine Sprache, seine Mitteilungen, über Jahrtausende hinweg in Büchern, über Kontinente hinweg im Internet. Den Reichtum unseres Wissens schöpfen wir aus dem Reichtum der Welt, es bewegen uns die stärksten Gefühle, wenn wir etwas erfahren, nicht nur im einsamen Erleben.
   Klassische Kommunikation ist drahtlos, selbst ein »Anruf« beim lieben Gott ist ein Telefonat ohne Schnur! Drähte und Leitungen erfüllen und erfüllten ihren guten Zweck, Kabel verbinden Kontinente, Käbelchen laden kleine Akkus. Wenn es aber um die Kommunikation zwischen einem tragbaren PC und der weiten Welt geht, wozu dann noch Kabel?
   Seit der Jahreswende 2000—2001 gibt es auch in Deutschland mehr Mobiltelefon- als Festnetz-Anschlüsse. Mehr als fünfzig Millionen Deutsche haben ein Handy. In Österreich und in vielen anderen Ländern ist der Anteil noch höher. Das Handy ist zum Kommunikationsmittel Nummer eins geworden, und das nicht nur für Sprache, sondern mit monatlich jeweils durchschnittlich Hunderten von Kurzmitteilungen auch für Geschriebenes. Handylesen ist Freizeitbeschäftigung. Nur ein bisschen Mühe macht’s, nicht wahr? Da hat man doch diesen großen bunten, leuchtenden Flüssigkristallbildschirm an seinem Notebook und eine einigermaßen brauchbare Tastatur dazu, da könnte man doch zwischendurch damit sein Handy bedienen, durch das Handy hindurch überall und immer ins Internet greifen, E-Mails und Faxe verschicken, elegant und ungebunden im großen Stil kommunizieren?
   Man kann! Und ich habe mir vorgenommen, Ihnen das nicht all zu trocken zu erklären.
   Denn Sie werden sich fragen: Spielt das Zeug denn nicht zusammen? Kann nicht der PC helfen, die vielen Telefonnummern ins Handy zu kriegen? Und kann auf Reisen nicht das Handy dem Notebook die E-Mail drahtlos zukommen lassen? Muss SMS-Senden so fingerfummelig mühsam sein? Und was kommt mit GPRS und UMTS auf uns zu?
   Wenn schon digital, dann möchte man, dass einfach alles zusammen klappt. Die Möglichkeiten eines PCs oder tragbaren Notebooks werden durch die Datenfähigkeit unserer Handys ungeahnt erweitert, das Handy profitiert vom PC. Die neuen Netze bringen ungekannte Datengeschwindigkeiten. Nachrichten, Töne, Bilder und »Multimediales« strömen durch den Äther – ergreifen wir’s.
   Dieses Heft gibt Ihnen Starthilfe beim Nutzen von »Handy und PC« – wobei es auf vorteilhafte Verbindungen ankommt, nicht auf die altbekannten Vor- (und Nachteile) der einzelnen Geräte. Ihr Handy und Ihren PC müssen Sie schon selbst kennen – wenn nicht, so macht das auch nichts. Ich gehe nur auf die Verknüpfungen ein, und das hoffentlich idiotensicher. Die Erklärungen sind einfach, sind gerade für den Anfang gedacht. Denn Handy und PC sollen vor allem praktischen Nutzen bringen – und dann noch ein wenig Spass ...
   Ich hoffe, Sie sind bald erfolgreich, beim Versuch Daten zwischen Handy und PC auszutauschen oder nur mit Ihrem PC und Ihrem Handy ins Netz zu kommen. Zur Überraschung habe ich Ihnen dort eine kleine Webseite mit weiteren Hinweisen hinterlegt, damit Ihre Schnitzeljagd weitergehen kann (und damit ich den einen oder anderen Hinweis aus dem Buch auf den neuesten Stand bringen kann ...): www.Joern.De/handypc. Sie können mir dann ruhig dazu e-mailen: Fritz@Joern.De.
   Jetzt aber viel Spass, beehren Sie mich bald wieder, und empfehlen Sie mich weiter!


((fj.jpg))

Fritz Jörn, im heißen Sommer zweitausendeins
((zurück))

... Hier endet nun die Vorschau. Es haben mir doch zu viele nur im Web geguckt und das Buch nicht gekauft! Allein im Juni 2002 hatte ich 910 Abrufe. Wer sich – wie ich selbst – über diese falsche Sparsamkeit der Internet-Gemeinde ärgert, kann mich ja anmailen. Fritz Jörn

Anhang

Glossar

bmp

Bitmap-Bildformat 

ADSL

Asymmetric Digital Subscriber Line, »DSL mit unterschiedlichen up- und download-Geschwindigkeiten

APN

Access Point Name (bei GPRS-Einstellungen die Internet-Anlaufadresse)

AT oder at

Attention – daran sind Modem-Befehle erkennbar

Bios

Basic Input Output System, unterste Steuerungssoftware (Firmware) eines Rechners

CD

Compact Disk, digitale Schallplatte

CF

Compact Flash, Speichermodule, 4,2×3,6×3mm, kleiner als »PCMCIA

CG

»calling«, Teil besonderer Modembefehle für Handys, etwa AT+CGQREQ=1,0,0,0,0,0

CI

Cell Identity

Codec; der, heute: das

Coder-Decoder, digitaler(s) »Modem

DCE

Data Circuit-Terminating Equipment, praktisch Modems

DFÜ

Datenfernübertragung

DNS

Domänennamenserver, macht aus Web-Buchstabenadresse wie Joern.De eine »USL

DSL

Digital Subscriber Line, schnelle Datenübertragung über die Teilnehmeranschlussleitung

DTE

Data Terminal Equipment, Terminal, Bildschirm usw.

Dun

Dial-up Networking, Wählverbindung

Dun bei Nokia

DFÜ-Netzwerk

Edge

offiziell: »Enhanced Data Rates for Global Evolution«, maximales Nutzen herkömmlicher Mobilfunkverfahren zur Datenübertragung

EFR

Enhanced Full Rate, bessere Sprachübertragung

EMS

Extended Message Service, mehr als SMS, von Nokia-Konkurrenz standardisiert

Fac

Final Assembly Code

Ferngerät

bei Nokia ein Bluetooth-Gerät, z. B. ein Bluetooth-fähiges Handy

Firewire

schnelle Kabelverbindung, meist bei Fotoapparaten, genaugenommen IEEE 1394

Gema

Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische
Vervielfältigungsrechte
www.Gema.De

gif

Graphic Interchange Format, Bildformat, klein

GPRS

General Packet Radio Service, genormte Datenpaketübermittlung über Funk

GSM

Global System for Mobile Communications, vormals Groupe Spéciale Mobile, inzwischen weltweit populärstes Mobilfunkverfahren

HR

Half Rate, schlechtere Sprachübertragung in ½ Zeitschlitz

HSCSD

High Speed Circuit Switched Data, Kanalbündelung zur Datenübertragung

HTML

Hypertext Markup Language, Darstellungssprache für Internet-Seiten

IEEE

spricht Ei Trippel I, Institute of Electrical and Electronics Engineers

IEEE 1394

»Firewire« genannte schnelle Datenverbindung

IMAP

Internet Message Access Protocol, Internet-Mailverfahren, » auch SMTP, Pop

Imei

International Mobile Equipment Identifier, Seriennummer des Handys

IMEISV

Imei and Software Version

iMelody

ein von der IrDA genormtes Format für Töne in EMS

IMSI

International Mobile Subscriber Identity, Teilnehmeradresse

IP

Internet-Protokoll

IPX

Internetwork Packet Exchange

IrDA

Infrared Data Association, www.IrDA.Org

ISDN

Integrated Services Digital Network, »ist das denn nötig?«, diensteintegriertes digitales Netz

ISM

Industry Science Medical, freies Frequenzband 2,402—2,480 GHz, für Bluetooth genutzt

ISM

Industry, Science, Medical. Allgemein freigegebenes Frequenzband, 2,4 MHz

italic

Englisch für kursiv (Schriftsatz)

jpg

Ein von der Joint Photographic Experts Group genormtes, kompaktes Bildformat

Lac

Location Area Code, Ortskode

Lai

Location Area Identity

LP, LPT

Line Printer, Zeilendrucker, Drucker

mid

Midi-Datei (Musik in Notation)

Midi

Musical Instrument Digital Interface (Musik in Notation)

MMI

Man-Machine Interface, siehe z. B. Dienstkennungen

MMS

Multimedia Message Service, kann dann über SMS alles Mögliche senden

Modem; der, heute: das

Modulator-Demodulator, zur Übertragung von Daten über Telefon

Mpeg

Moving Picture Experts Group, ein Musikformat

Net BEUI

Net-Bios Extended User Interface

Octet

europäische Bezeichnung für Byte, also acht Bit

OTA

Over the Air Activation, SMS mit Einstellungen fürs Handy

Pad

Package Assembler Disassembler, Datenpaketumsetzer von asynchronem auf synchronen Betrieb

PCMCIA

Personal Computer Memory Card International Association, hat PC-Einsteckkarten in Scheckkartengröße genormt. (People Can’t Memorize Computer Industry Acronyms!)

PDA

persönlicher digitaler Assistent, elektronisches Notizbuch

PDP

Paketdatenprotokoll (Packet Data Protocol), z. B. »PPP

pic SMS

picture short message service, Bildchen-Kurzmitteilung

Pop

Post Office Protocol, Internet-Maiverfahren, » auch SMPT, Imap

Powerpoint (.ppt)

vielverwendetes Vortragsfolienprogramm von Microsoft

PPP

Punkt-zu-Punkt-Protokoll

ra

Real Audio, Tonformat 

Roaming

wörtl. Herumstrolchen, legales Nutzen fremder Netze im Ausland

RS 232, RS 232 C, RS 232 D

normaler asynchroner serieller Anschluss, wie V.24, V.28, V.10 usw.

s.e.e.o.

salvo errore et omissione, Irrtümer und Auslassungen vorbehalten, wie bei mir hier!

Sapi

Service Access Point Identifier

Sim

Subscriber Identification Module, der kleine Chip, den man ins Handy tun muss

Sim-Lock

Das Handy arbeitet nur mit einer bestimmten Sim-Karte zusammen – damit Rabatte beim Kauf eingespielt werden können

simsen

eine SMS (Kurzmitteilung) versenden; ich simse, du simst, er simst usw.

SMS

Short Message Service, klassischer Handy-Kurzmitteilungsdienst mit max. 160 Zeichen

SMTP

Simple Mail Transfer Protocol, Internet-Mailverfahren, » auch Imap, Pop

SPX

Sequenced Packet Exchange

SVN

Software Version Number

TAC

Type Approval Code

TCP/IP

Transmission Control Protocol/Internet Protocol

TDMA

Time Division Multiple Access, in GSM
Zeitscheibenverfahren zur Mehrfachnutzung einer Mobilfunkfrequenz

tif

Tagged Image File, Bildformat, groß

transponieren

Musik in eine andere Tonart bringen, die Melodie höher oder tiefer spielen

UDH

User Data Header, unsichtbarer »Kopf« in einer Sonder-SMS, der anzeigt, was kommt

UMTS

Universelles Mobiltelekommunikationssystem, Mobilfunkverfahren wie »GSM

V.24, V.28, V.10 usw.

serielle Datenübertragungsverfahren, wie RS 232

VGSM

Visual GSM, Name einer herstellerunabhängigen Handy-PC-Software, www.VGSM.De

Wap

Wireless Application Protocol, Handy-Dialog mit besonderen Webseiten

WCDMA

Wideband Code Division Multiple Access, Übertragungsverfahren bei »UMTS

Web

Kurzform für World Wide Web, Internet

WINS

Microsofts Windows Internet Naming Service

WML

Programmiersprache für Wap, wie HTML für Web-Seiten

((zurück))

Web-Seite mit weiteren Tipps und Kommentaren
   Zu guter Letzt möchte ich Sie noch auf einen besonderen Service hinweisen: Zu diesem Buch gibt es eine Internetseite mit weiteren Tipps, Kommentaren und vor allem mit Links zu anderen Web-Seiten, die nützlich sein können. Sie finden diese Seite über www.Joern.De/handypc. Alles Gute!
   ––––––––––––––––––––
 
Thinkpad 701 CS Butterfly aus dem Jahr 1996, inzwischen von Hantz auf 133 MHz, 40 MByte Speicher und 7 GByte Festplatte aufgebohrt, dazu die beiden Handys Nokia 6210 und Siemens SL 45, mit denen das Buch erarbeitet wurde.
((HyGarten.jpg und Genre1.jpg Bilder auch in guter Qualität vorhanden))

((zurück))

Historische Daten zu Telefon und Informationstechnik
zusammengestellt von ©Fritz Jörn

-1148

Schon 1148 vor Christus übermittelt Agamemnon die Nachricht über die Einnahme Trojas durch offenes Feuer. Die Lichtezeichen liefen 450 Kilometer weit quer durch die Ägäis.

1837

Samuel Morse (1791–1872) und C. A. von Steinheil (1801–1870) konstruieren unabhängig voneinander elektromagnetische Schreibtelegraphen

1844

Samuel Morse errichtet die elektrische Telegraphenlinie Washington-Baltimore

1848

Bau der ersten elektrischen Ferntelegraphenlinie Europas, Berlin-Frankfurt am Main, 1849 fertiggestellt

1850

Erstes Untersee-Telegraphenkabel Dover-Calais, mit Guttaperchaisolierung

1850

Gründung des Deutsch-Österreichischen Telegraphenvereins durch Preußen, Österreich, Bayern und Sachsen

1851

Das Morsealphabet wird zur internationalen Telegraphensprache erklärt.

1852

Für die telegraphisch übermittelte Nachricht wird in Amerika das Wort »Telegramm« vorgeschlagen.

1853

Die letzten optischen Telegraphenlinien werden in Deutschland und Frankreich stillgelegt.

1858

C. W. Field (1819-1892) legt das erste transatlantische Telegraphenkabel. Es bleibt nur wenige Wochen betriebsbereit. Stefan Zweig (1881-1942) schreibt darüber 1927-1928 in »Sternstunden der Menschheit«.

1858

Der erste General-Telegraphen-Director des Deutschen Reiches (Dezember 1856 – 1872), Chauvin (geb. 16.5.1812 in Lüttich, gest. im Mai 1898) führt Doppelglockenisolatoren ein.

1861

Am 26. Oktober führt Johann Philipp Reis (1834-1874) mit dem Satz »Das Pferd frisst keinen Gurkensalat!« in Frankfurt am Main das erste Gerät zur Tonübertragung vor und spricht von »Telephonie durch galvanischen Strom«. Das Gerät eignet sich allerdings besser für Musik als für Sprache, d. h. richtig funktioniert hat es nicht ...

1863

Reis und Wilhelm Albert bieten erfolglos Telephone an.

1866

Der Südtiroler Peter Mitterhofer (1822-1893) erfindet die Schreibmaschine, bekommt 200 Gulden vom Kaiser dafür, stirbt aber vergessen.

1870

Am 12. April 1870 wird das erste Telegramm über die 11.000 km lange Leitung aus drei Kupferdrähten von London über Preußen (Emden, Berlin, Thorn in Westpreußen), Russland (Warschau, Shitomir, Odessa, Kertsch, Suchum, Tiflis, Eriwan, Djulfa), Persien (Täbris, Teheran, Bushir), durch den Persischen Golf nach Karachi, dann durch Indien (Hindustan) bis Kalkutta am »Meerbusen von Bengalen« gesandt. Es dauert wegen des nötigen Umtelegraphierens 28 Minuten. Die Leitung bleibt bis 1931 in Betrieb. Dokumentation: Die indo-europäische Telegraphenlinie in Originaldokumenten

1872

Alexander Graham Bell (1847-1922) erfindet (erneut) die Schreibmaschine.

1872

Alexander Graham Bell (1847-1922) beginnt in Boston an der Arbeit an seinem Telephon - und will eigentlich einen Mehrfachtelegraphen konstruieren ...

1874

Reis stirbt arm.

1876

Das Telephon von Bell wird am 14. Februar als »Verbesserung in der Telegraphie« zum Patent angemeldet und gebaut. Am selben Tag, wenige Stunden später, meldet der Konkurrent Elisha Gray ein Telephon zum Patent an (als »Caveat«, was damals einer Patent-Anmeldung gleichkam). Bell erhält am 7. März das Patent.

1876

Bell baut eine acht Kilometer lange Testverbindung und führt sein Telephon an der Jahrhundertfeier in Philadelphia und in England vor.

1876

erfindet Thomas Alva Edison (1847-1931) das Kohlekörnermikrophon, das erste richtig funktionierende Mikrophon, das bis in die 1960er-Jahre verwendet wurde. Nach anderen Angaben baut

1878

D. E. Hughes (1831-1900) das Kohlemikrophon.

1878

Telephon-Ortsnetz in New Haven, USA

1877

Generalpostmeister Heinrich v. Stephan importiert die ersten Bellschen Geräte aus London nach Berlin – gewiss nicht FTZ-zugelassen. Am 12. November wird die erste deutsche Telegraphenanstalt mit »Fernsprechern« ausgerüstet.

1879

Erstes Telephonnetz in London

1879

Vielfachumschalter für Fernsprechämter Charles E. Scribner, USA

1881

Eröffnung des ersten Telephon-Ortsnetzes in Berlin mit 8 Teilnehmern. Am Ende des Jahres sind es dann schon 458 Teilnehmer. Bild

1884

Siemens & Halske erhält ein deutsches Patent auf ein Kabel mit koaxialer Anordnung der Leiter, vornehmlich für Telephoniezwecke.

1886

Stockholm ist die Stadt mit den meisten Telefonen: 3.164 gegen 1.655 der amerikanischen Gesellschaft Graham Bells

1887

Ericsson errichtet die größte Telefonvermittlung der Welt in Stockholm mit 24 Vermittlungen für 7000 mögliche Teilnehmer.

1887

Nicola Tesla (1856 - 1943) erfindet den Drehstrommotor.

1888

Friedrich August Haselwander (1859 -1932) konstruiert den Drehstromgenerator.

1888

In seiner Arbeit »Über Strahlen elektrischer Kraft« beschreibt Heinrich Hertz (1857–1894) seine Experimente mit elektromagnetischen Wellen.

1889

Dekadischer Hebdrehwähler von Almon B. Strowger (1839–1902), USA

1891

Der Achteinhalbstunden-Normalabeitstag wir in Deutschland als bahnbrechende sozialpolitische Maßnahme eingeführt, die Wochenarbeitszeit beträgt fünfzig Stunden.

1892

Erstes automatisches Fernsprechamt mit achtzig Teilnehmern in La Porte, USA, mit Strowger-Wählern

1896

Nummern-Wählscheibe nach Almon B. Strowger, USA

1896

Guglielmo Marconi (1874–1937, *Nobelpreis 1909) funkt drei Kilometer weit.

1897

Marconi macht bahnbrechende funktelegraphische Versuche im Bristol-Kanal.

1897

In Deutschland gibt es bereits 149.000 Teilnehmer

1899

J. Zenneck (1871–1959) gelingen als Assistent von F. Braun (1850–1918), dem Erfinder der Kathodenstrahlröhre, mit dessen induktiv gekoppeltem Sender bei Cuxhaven Funkversuche über mehr als dreißig Kilometer.

1899

Der in Amerika lebende serbische Elektroingenieur Michael (Michailo) Idvorsky Pupin (1858–1935) (in Berlin ein Schüler Helmholtz’), berechnet und erfindet die nach ihm benannten »Pupinspulen«. In Fernleitungen in festen Abständen von 1,7 (bei Kabeln) bis 10 km (bei Freileitungen) eingeführte Spulen (Induktivitäten) von 3,2 bis 200 mH verringerten entscheidend die Dämpfung, lange bevor es Verstärker gab.

1900

Anschluss von Nebenstellen an das Netz der Deutschen Reichspost erlaubt

1901

Marconi funkt bis nach Amerika, *vorgeblich schon am 12.12., wirklich erst Anfang 1902

1901

Siemens & Halske erwirbt die Pupinspulenpatente.

1906

Erstes unterseeisches Pupin-Fernsprechkabel im Bodensee

1908

Erstes deutsches »Selbstanschlussamt« in Hildesheim. Seit damals Impulswahl in Deutschland.

1909

Erstes automatisches Großstadt-Fernsprechamt in München-Schwabing, bereits mit Zentralbatteriebetrieb

1912

Baubeginn des pupinisierten Rheinland-Fernsprechkabels, einem Vorläufer für das europäische Fernkabelnetz, fertiggestellt 1921

1914

Die längste pupinisierte Fernsprechleitung Europas, eine 1.350 km lange Freileitung mit 4,5 mm dicken Kupferdrähten von Berlin über Frankurt am Main nach Mailand wird in Betrieb genommen.

1918

Mobilfunkversuche auf der Eisenbahn zwischen Berlin und Zossen

1920

In Berlin wird das »Telegraphentechnische Reichsamt« gegründet.

1922

Motor-Drehwähler-System in Deutschland

1922

Auf Telephonkabeln können gleichzeitig sechs Telegramme über ein Leitungspaar mit Tonfrequenz-Wechselstromtelegraphie mit Trägerfrequenzen übertragen werden.

1923

Erstes deutsches Fernwählamt in Weilheim, Beginn des Selbstwählferndienstes, Wählsystem 22 (Postsysteme sind gerne nach der Jahreszahl benannt) mit Heb- und Drehwählern

1923

Mit »Achtung, Achtung, hier ist die Sendestelle Berlin im Vox-Haus auf Welle 400 Meter ...« begann am Abend des 29. Oktober der offizielle Sendedienst des Deutschen Rundfunks (auf 750 kHz mit 250 W).

1925

Durchwahl-Nebenstellenanlage in München vorgeführt

1926

Öffentliches Zugtelefon zwischen Berlin und Hamburg

1927

Die Bildtelegraphenlinie zwischen Berlin und Wien wird in Betrieb genommen.

1929

System 29 mit zusätzlichen Flachrelais

1933

Automatisch vermittelter Fernschreibdienst (Telex) zwischen Berlin und Hamburg

1934

Koaxialkabel sind einsatzreif: Gleichzeitig können zweihundert Ferngespräche und ein Fernsehkanal übertragen werden.

1935

In der Mitte der dreißiger Jahre setzt sich für Mikrophon und Fernhörer eine gemeinsame Einheit, der Hörer oder amtlich »Handapparat« durch.

1936

Der erste »Fernseh-Sprechdienst« zwischen Berlin und Leipzig wird eröffnet.

1940

System 40 mit verbesserten Leitungswählern

1949

Vereinfachter Selbstwählferndienst

1949

Gründung des Fernmeldetechnischen Zentralamts FTZ in Darmstadt.
Damals 1,2 Millionen Telefone in den drei Zonen.

1950

System 50 mit neuen Leitungswählern und Flachrelais 48

1951

Zweidrahtübertragungstechnik I

1952

Landesfernwahl in der Bundesrepublik Deutschland

1952

Schlauchdrähte mit Zugentlastung, später Tragseilluftkabel, ersetzen Blankdrähte auf Freileitungen (das Ende der Isolatoren auf Telefon- und Telegrafenleitungen ...)

1952

Nixdorf Computer AG gegründet (Heinz Nixdorf 1925-1986)

1953

Edelmetall-Motordrehwähler (EMD) in Deutschland

1955

System 55 mit EMD-Wählern

1955

Grenzverkehr Basel—Lörrach

1955

Vierdrahtübertragungstechnik II

1957

Öffentlicher mobiler Landfunk in Deutschland

1958

Internetionaler Selbstwählferndienst Brüssel—Düsseldorf

1962

Erster Nachrichtenssatellit TB p 52

1962

Fernwählsystem 62 und bis 1997 Inbetriebnahme halbelektronischer Versuchsvermittlungsstellen ESM II, HE 60, FRM, EZM 3

1964

Auslandsfernwählsysteme 64, später 66 und 70

1965

Einsatz der Satellitenübertragungstechnik Early Bird für den internationalen Fernsprechdienst

1965

Selbstwahl von München nach Nordamerika

1965

Elektronisches Vermittlungssystem mit Rechnersteuerung (ESS1) in den USA

1966

Vollautomatik im Ortsverkehr, letzte Ortsvermittlungsstelle OVSt Uelzen

1967

Datennetz (Datex) der Deutschen Bundespost

1970

Douglas Engelbart (* 1925) patentiert einen »X-Y-Positionsanzeiger für ein Anzeigesystem«, die Maus

1970

Selbstwahl nach Amerika

1970

bis 1972 Internationaler Betriebsversuch mit dem CCITT-Zentralzeichengabesystem Signalling System 6 (SS6)

1971

Intel 4004 Mikroprozessor (4 bit) hat einen Adressbereich von 4 kByte,
erste 8-Zoll-Floppys von IBM

1972

Intel 8008-Mikroprozessor (8 bit)

1972

Hewlett-Packard HP 35 Taschenrechner

1972

Alle Ortsnetze nehmen am Selbstwählferndienst teil, letzte Klappenvermittlungsstelle KVSt Donauwörth

1972

Funktelefonnetz B

1973

Gary Kildall entwirft die erste Version von CP/M auf dem 8008

1973

Marty Cooper (geboren ca. 1929) »erfindet« bei Motorola das tragbare Mobiltelefon ...

1974

Rechnergesteuertes elektronisches Wählsystem (EWS) in München

1974

Richard Karp schreibt den ersten TCP-Kode. Dieses Transmission Control Program hatte er zusammen mit Vinton Cerf erdacht. Es wurde Grundlage der Datenpaketübertragung im Internet.

1974

Versuchsbetrieb des elektronisch gesteuerten Ortswählsystems OWSO

1974

Radio Electronics veröffentlicht einen Bausatz für einen Computer mit dem Intel-8080-Prozessor

1975

Ed Roberts verkauft dann den »Altair«-Bausatz für 375 Dollar

1975

Fernwählsystem 69

1975

Elektronische Fernschreibvermittlung (EDS) in Mannheim

1976

Apple I

1976

Z80

1978

Serienbetrieb OWSO

1978

Glasfaserkabel in Berlin (TB p 52)

1979

Erste Textverarbeitung Wordstar und erster Tabellengenerator VisiCalc

1979

Die Deutsche Bundespost führt den Fernkopierdienst »Telefax« ein

1979

Ende der Entwicklung des elektronisch gesteuerten Fernwählsystems EWSO, Grundsatzentscheidung für die Digitalisierung des Fernsprechnetzes

1980

Die erste Fernsprechvermittlung in digitaler EWS-Technik (EWS-D) wird installiert

1980

Metallfreie Tragseilluftkabel aus Aramidfasern für Lichtwellenleiter kommen auf den Markt – ideal für gewittergefährdete Telefonleitungen zu Berghütten!

1980

Bildschirmtext-Feldversuch in Berlin und Düsseldorf nach dem Prestel-Verfahren

1980

Erste ordentlich zugelassene europäische Schnurlostelefonnorm »Cordless Telephone 0«, CT0, analog

1981

IBM-PC mit MS-Dos von Microsoft

1981

Teletex (ein verbessertes Telex-Verfahren)

1982

ISDN-Absichtserklärung und bis 1984 Präsentationsbetrieb digitaler Vermittlungstechnik

1982

Die Post installiert ein Tastentelefon, Telefon 82 Alpha, freilich noch mit Impulswahl

1984

Bildschirmtext (Btx) nach Cept eingeführt

1984

Einsatz digitaler Fernvermittlungstechnik DIVF, Systeme EWSD und System 12

1984

VEB Mikroelektronik Wilhelm Pieck Mühlhausen zeigt den Heimcomputer HC 900. Ein weiterer Heimcomputer wurde vom VEB Kombinat Robotron unter dem Namen Z 9001 (später KC 85/1) vorgestellt, ebenso der Lerncomputer LC 80.

1984

CT1 (Cordless Telephone 1), analog

1985

In Deutschland werden erste digitale Ortsvermittlungsstellen DIVO eingereichtet, Systeme EWSD und System 12 (TB p 30)

1985

C-Netz für Mobilfunk

1986

bis 1987 Betriebsversuch mit dem CCITT-Zentralzeichengabesystem Signalling System 7 (SS7)

1986

im November erste .de-Domäne

1987

bis 1988 ISDN-Pilotprojekt in Mannheim und Stuttgart mit 750 Basisanschlüssen

1987

Schnurlostelefonnorm CT1+, Cordless Telephone 1+, noch bis 2008 erlaubt

1989

Tim Berners-Lee erfindet das World Wide Web am Genfer Cern

1989

ISDN-Serienbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland

1989

Schnurlostelefonnorm CT2, hier wegen Dect ungebräuchlich geblieben

1990

Windows 3.0

1991

Auf der Cebit werden die ersten GSM-Telefone angekündigt.

1992

D-Netze nach GSM-Norm für Mobilfunk, damals noch « Groupe Spéciale Mobile » genannt. D2-Mannesmann startet im Juni, D1 im Juli. Mobiltelefone kosten knapp tausend Mark, etwa das Ericsson GH 172.

1993

Mobilfunk E-Netz

1994

Scall, erster Rufdienst ohne Anmeldung in Deutschland

1997

Liberalisierung des deutschen Festnetztelefonmarktes

1997

Einführung des GAP, Generic Access Profile, für Dect. Macht Schnurlostelefone kompatibel.

1998

Ab Januar gibt es netzübergreifende Handy-Kurzmitteilungen (SMSen) in Deutschland.

1998

ADSL Asymmetric Digital Subscriber Line. Feldversuch in Deutschland.

2000

Am 31. 12. wird das C-Netz abgeschaltet.

2000

18. August 2000, deutsche UMTS-Lizenzauktion schöpft 50,4 Milliarden Euro ab

2000

Ende 2000 erstmals auch in Deutschland mehr Mobiltelefone als Festnetzanschlüsse (rund fünfzig Millionen), nachdem bereits in mehreren anderen Ländern wie Österreich und Italien der Mobilanteil überwog.

2001

GPRS-Betrieb (24.1. Viag, 1.2. D1, dann D2 und E+)

2004

UMTS, das Universelle Mobiltelekommunikationssystem, läuft in Deutschland.

2007

Telex wird in Deutschland zu Jahresende abgeschaltet, gab’s seit 1933.

Eine ausführliche Computerchronolgie finden Sie auf www.Bernd-Leitenberger.De/pc-timeline.html
Speziell zu mechanischen Rechenmaschinen empfehle ich die wunderschöne Site von Jan Meyer: www.Rechenhilfsmittel.De

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   Titel (Umschlag vorn)
   Fritz Jörn
   Mit Handy und PC erfolgreich kommunizieren
   • Ausführliche Anleitungen für Anfänger und Alleskönner
   • Mit dem Notebook mobil in Internet
   • Kabelverbindungen, infrarot und ›Bluetooth‹
   • überall Surfen, Abfragen, Musik
   • SMS und E-Mail über Funk
   • Bilder verschicken
   • Adressen- und Terminabgleich
   • ›Smart Phones‹, Organizer, Kameras
   • Drahtlos und unsichtbare: ›Bluetooth‹
   Klappe (Umschlagseite 4)
   Fritz Jörn
   Mit Handy und PC erfolgreich kommunizieren
   Spielt das denn nicht zusammen? Kann nicht der PC helfen, die vielen Telefonnummern ins Handy zu kriegen? Und kann auf Reisen nicht das Handy dem Notebook die E-Mail drahtlos zukommen lassen? Muss SMS-Senden so mühsam sein? Und was kommt mit GPRS und UMTS auf uns zu?
   Wenn schon digital, dann möchte man, dass einfach alles zusammen klappt. Die Möglichkeiten eines PCs oder tragbaren Notebooks werden durch die Datenfähigkeit unserer Handys ungeahnt erweitert. Die neuen Netze bringen ungekannte Datengeschwindigkeiten. Nachrichten, Töne, Bilder und »Multimediales« strömen durch den Raum – ergreifen wir’s.
   Dieses Heft gibt Starthilfe beim Nutzen von Handy und PC – wobei es auf vorteilhafte Verbindungen ankommt, nicht auf die altbekannten Vor- (und Nachteile) der einzelnen Geräte, isoliert verwendet. »Konvergenz« ist das Schlagwort, das hier in schlichtem Deutsch lebendig wird.
   Die Erklärungen sind einfach, sind gerade für den Anfang gedacht. Denn Handy und PC sollen vor allem praktischen Nutzen bringen – und dann noch ein wenig Spass ...
   Fritz Jörn ist ein Autor, der es gewohnt ist, in der führenden deutschen Tageszeitung Technisches klar verständlich zu machen, und der hier seinem Hobby, der angewandten Mobiltelefonie, nicht ohne Witz frönt.
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   ©Fritz Jörn MMI
   Friedrichstraße 29, 53111 Bonn
   Tel. und Fax 0228-211035, mobil 0171-3322017, E-Mail
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