Panasonic Haarschneider

Eine neue Zelle (Ersatzakku) für den
Haarschneider Panasonic Professional

Das gute Stück, 1995 gekauft und besprochen, gab jüngst seinen Geist auf. Der Nickel-Kadmium-Akku war tot. Nur gut, dass es solche Ni-Cad-Akkus noch gibt; ein Standard-Ersatzteil: Akku 1,2 V, Größe AA, mit Lötfahnen*). Beim »Panasonic For Professionals« handelt es sich um Modell ER 130 -H bezw. ER130-H (hier die Schachtel) von Matsushita Electric Works, Ltd., made in Japan.

Panasonic-Haarschneider offen

Das Schwierigste war, den Haarschneider unbeschädigt zu öffnen.
Dazu gleich: Unter dem Typenschild ist nichts. Nicht abnehmen! Auch die beiden kleinen Löcher auf der Unterseite führen höchstens zu elektrischen Testpunkten tief im Inneren und helfen beim Öffnen nicht.
   Zum Öffnen klinkt man den Scherkopf wie üblich aus*) und schraubt die beiden Kreuzschrauben rechts und links neben der Motorwelle heraus.
   Auf der anderen, unteren Seite werden die Gehäusedeckel innen von Haken gehalten. Dabei greift das obere Gehäuseteil – das mit dem Schalter – seitlich in das untere. Der Bodenteil hat unten zwei Haken – im Bild bei ›Donnerstag‹ ist einer zu sehen, nach links zeigend. Man sprengt also das Gehäuse vorsichtig auf, beginnend oben beim Scherkopf.
   Das L-förmige Alublechteil – sollte es einem herausspringen – gehört übrigens unter das Verstellrädchen.
L-Teil Panasonic-Haarschneider
Im Bild hält der Zeigefinger den L-Ansatz, das Rädchen ist herausgenommen. Beim Wiedereinsetzen des Rädchens bezw. nachher beim Zusammenbauen achte man darauf, dass die Zahnstange im oberen Gehäusedeckel ganz verstellbar bleibt, denn das Rädchen lässt sich nicht beliebig lang drehen.
   Hat man das Gerät offen, so nimmt man den Motor heraus und merkt sich, wie herum er drin war (draufschreiben!). Dann nimmt man die Elektronikplatine heraus, dreht sie um und sieht als größten Bauteil den Akku. Man lötet ihn heraus und ersetzt ihn durch einen neuen. (Bekommt man keinen Ni-Cad-Akku mit Lötfahnen, so kann man sich die Lötfahnen zum Beispiel als Drähte auch selbst an eine handelsübliche wiederaufladbare AA-Zelle löten. Beim Löten an der Batterie sollte man sie nicht zu heiß machen. Übrigens: Wiederaufladbare Zellen sind keine normalen Wegwerfbatterien!) Wichtig ist, dass der Akku richtig herum eingebaut wird, plus ist auf der Motorseite, minus unten auf der 230-V-Anschlussseite. Dort stecke man neben die Akkuzelle ein Stück Papier zur Isolation von der kleinen Spule ein. Die Kapazität des Ersatzakkus (in mAh) kann beliebig gewählt werden, es sollte halt eine Nickel-Kadmium-Zelle sein und keine mit anderem Ladeverhalten. Eine Sache von Minuten.
   Vorsicht: Diese Spule unterhalb des Akkus reißt sehr leicht ab. Sie ist nur aufgesteckt und wird gegenüber von einem Steg im Gehäuse angedrückt. Die dünnen Lackdrähtchen drin wiederzufinden und anzulöten ist schier unmöglich. Ohne diese Spule bleibt der Haarschneider ohne Stromnachschub, die LED aus. Nachdem mir das prompt passiert ist, habe ich einfach eine ähnlich aussehende Spule aus dem Elektronikshop eingelötet, und siehe da, ’s ging wieder. Die elektrische Dimension der Spule (meine: 470 µH) scheint nicht kritisch zu sein. Hauptsache, das Schaltnetzteil schwingt wieder. Den dann eventuell zu hohen Steg im Gehäuse kann man abknipsen.
   Jetzt wird die Platine samt (senkrechtem) Stromrichterteil wieder eingebaut. Dann kommt der Motor. Es ist ein Gleichstrommotor, man achte also auf die Polung! Auf der Stirnseite des Motors ist beim Pluspol ein Pluszeichen zu sehen. Der Pluspol gehört in die Gerätemitte neben das Schiebezahnrad. Der Motor muss danach also so drinliegen, dass die beiden »Lüftungsschlitze« oben sind, und die Motor-Teilenummer (ZC11S2) unten verdeckt ist.

Panasonic-Haarschneider mit neuem Akku
   Zuletzt knipst man die beiden Schalen wieder zusammen und schraubt die beiden Schrauben wieder ein.
   Diese Anleitung ist absolut ohne Gewähr. Beim Basteln das Stromkabel ausstecken, sonst liegen unten an den Metallbändern zwischen Gleichrichter und Hauptplatine 250 V Gleichstrom an!

Hier noch zwei Bilder zum Zusammenbau eines Panasonic ER211, das zweite Bild direkt von oben. Die beiden im ersten Bild noch losen Häkchen halten dort die Gehäuseschalen zusammen.

Doch genug – wenn das nicht hilft kann man mich ruhig anschreiben, und überhaupt: Fritz@Joern.De.

*) Falls Sie sich nicht getraut haben: Der Scherkopf geht ab!
 

 
Man drückt mit beiden Daumen auf der Vorderseite auf den Scherkopf und ploppt ihn nach hinten heraus:


Hinteransicht … Jetzt kann sauber gemacht werden.
 
Der Stromzuführungsstecker ist übrigens ein Gerätestecker Typ C2, siehe hier.

März 2010
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